Chronographen
Die Messung der Zeit ist eine Herausforderung, die der Mensch seit
jeher sucht. Sowohl wissenschaftliche Versuche als auch der
Hochleistungssport verlangen der Technik ihr Höchstes ab. Chronographen
sind jedoch keineswegs nur Messinstrumente. Von der simplen Stoppuhr
hat sich der Chronograph zu einem Modeobjekt entwickelt, das in so gut
wie jeder Modekollektion zu finden ist.
Was ist ein Chronograph?
Wörtlich übersetzt heißt das Wort
Chronograph "Zeitschreiber". Bei einem Chronographen handelt es sich um
eine Uhr, bei der zusätzlich zum eigentlichen Uhrwerk ein
Stoppmechanismus eingebaut ist. Dieser Mechanismus wird durch das
Betätigen eines Knopfes ausgelöst und ist auf einem weiteren
Ziffernblatt (später wurden es bis zu drei Ziffernblätter für Stunde,
Minute und Sekunde) abzulesen. Die damit verbundene Funktion dient der
Zeitmessung. Dadurch, dass die separate Stoppuhr gestartet, gestoppt
und wieder zurückgestellt werden kann, können Zeitintervalle von bis zu
einer Minute gemessen werden. Das Besondere ist, dass die Mechanik der
Stoppuhr unabhängig von der eigentlichen Uhr läuft. Stoppvorrichtung
und Uhr beeinträchtigen sich nicht. Während die ersten Chronographen
lediglich eine Krone zum Starten und Stoppen der Zeitmessfunktion
hatten, konnten die neueren mit zwei oder drei Kronen aufwarten, die
dann jeweils mit einer der genannten Funktion belegt waren.
Chronograph und Chronometer
Der Begriff Chronograph wird
heutzutage sehr oft mit dem Begriff
Chronometer verwechselt. Ein
Chronometer ist jedoch lediglich die Bezeichnung für eine Uhr, die für
ihre besondere Laufleistung geprüft und ausgezeichnet ist. Chronometer
werden unter extremen Bedingungen getestet und müssen selbst unter
diesen eine hohe Genauigkeit aufweisen. Der Begriff Chronometer ist
somit eine Auszeichnung, die Uhrenhersteller gerne auf ihren Uhren
vermerken. Diesen Titel erhalten Firmen, indem sie ihre Uhren von
unabhängigen Instituten prüfen lassen. Bei bestandenen Prüfungen,
können die jeweiligen Uhren als Chronometer ausgezeichnet werden.
Rattrapanten-Chronograph
Die Stoppfunktion der Chronographen
wurde mit der Zeit nach dem ersten nachweisbaren Exemplar Ende des 19.
Jahrhunderts stets verbessert. Zu Beginn konnte immer nur ein
Zeitintervall gemessen werden. Wollte man jedoch zwei Zeiten direkt
hintereinander messen, verlor der Chronograph seinen Wert. Man
entwickelte einen Chronographen, dessen zusätzliche Stoppfunktion zwei
Zeiger aufwies. Diese konnten gleichzeitig gestartet und unabhängig von
einander gestoppt werden.
Je moderner, desto besser!
Im Gegensatz zu vielen anderen
Bereichen rund um die Uhr, gilt bei den Chronographen und allgemein bei
der Zeitmessung der Leitsatz: Je moderner das Gerät ist, desto besser
ist es auch. Mit fortschreitender Technik ist es dem Menschen immer
leichter möglich, die Zeit genauer zu messen. Gab man sich früher noch
mit Zeitmessung zufrieden, die die Genauigkeit von einer Sekunde hatte,
so ermöglicht es die heutige Zeitmessung, Intervalle im Bereich von
einer tausendstel Sekunde (zum Beispiel in der Formel 1) zu messen.
Chronograph gegen Digitaluhr
Es ist nicht von der Hand zu
weisen, dass der Chronograph aufgrund der neuen digitalen Welt immer
mehr in den Hintergrund rückt. Die neuen Möglichkeiten, die digitale
Uhren mit sich bringen, stellen die Funktionen eines Chronographen weit
in den Schatten. Digitaluhren ermöglichen es im Gegensatz zum
Chronographen beliebig viele Zeitintervalle bei gleichem Startzeitpunkt
zu stoppen, zu speichern und im Nachhinein wieder abzurufen. Trotzdem
wird der Chronograph allein schon wegen seiner Beliebtheit als normale
Armbanduhr nicht von der Bildfläche verschwinden. Zu viel investieren
die Uhrenhersteller in immer neue Modelle und Designstudien des
Uhrtyps, als dass der Chronograph irgendwann an keiner Hand mehr zu
sehen wäre.
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