Militäruhren
Uhren, die in militärischen Einsätzen benutzt
werden, müssen besonderen Ansprüchen gerecht werden. Neben immenser
Inanspruchnahme des Materials muss auch eine genaue Funktionalität des
Uhrwerkes gewährleistet sein. Es mag übertrieben klingen, doch nur mit
strengsten Überprüfungen kann man es sich so leisten, Uhren für
Situationen zu produzieren, in denen es um Leben und Tod gehen kann.
Funktionalität vor Schnickschnack
Bei Militäruhren geht in
erster Linie darum, dass sie funktionieren. Aus diesem Grund sind auch
so gut viel alle Militäruhren Chronometer. Damit die Lesbarkeit
gewährleistet ist, wurden und werden die Farben schwarz und weiß
verwendet. Außerdem ist das Ziffernblatt sehr schlicht gehalten. Die
Uhrzeit muss schnell abgelesen werden können. Die Materialien müssen
hochwertig sein. Armbänder sind je nach Einsatzgebiet aus Gummi oder
strapazierfähigem Leder. Die Gehäuse sind für gewöhnlich alle stoßfest
konstruiert. Es handelt sich nun mal um ein Werkzeug und kein
Modeaccessoire.
Bloß den Einsatz nicht verpassen
Koordination ist eines der
wichtigsten Stichwörter in militärischen Einsätzen. Zu Zeiten, wo es
noch keinerlei Funkgeräte oder digitale Kommunikationsmöglichkeiten
gab, mussten sich Soldaten blind auf die ihnen verfügbare Zeit
verlassen können. Strategisches Vorgehen ist nur dann möglich, wenn
jeder Schritt, mag er auch noch so klein sein, penibel im Voraus
geplant ist. Jede Aktion ist zeitlich eingeordnet. Um diese Aktionen
auch zum geplanten Zeitpunkt ausführen zu können, brauchen alle an
einem Ereignis teilnehmenden Personen die gleiche Zeit. Dies braucht
sehr genau gehende Uhren, die vorher einer Prüfung unterzogen wurden.
Dies waren und sind in der Regel Chronometer.
Ortsbestimmung mit der Armbanduhr
Neben der eigentlichen Zeit
wurden Militäruhren noch zu einem ganz anderen, ebenfalls von hoher
Bedeutung zeugenden, Zweck benutzt. Es geht um die Ortsbestimmungen.
Sei es auf See, in der Luft oder an Land, mit der Armbanduhr lässt sich
der Standort bestimmen. Je besser die vorhandene Uhr ist, also je
genauer sie geht, desto besser kann der jeweilige Standort bestimmt
werden. In der Regel orientiert man sich hier nach der Sonne. Die Uhr
braucht man, um die genaue Tageszeit zu erhalten. Wenn man nun
Tageszeit sowie Position und Verlauf der Sonne betrachtet, kann die
geographische Länge bestimmen.
Für den Notfall immer vorhanden
In unserer heutigen Zeit
benutzten wir ganz andere Techniken, um Zeit und Standorte zu
bestimmen. Computer erleichtern uns unser Leben erheblich. So bestimmen
wir mit dem Global Positioning System (kurz GPS) bis auf wenige Meter
jeden erdenklichen Standpunkt auf der Erde. Dazu benötigt ein
GPS-Empfänger lediglich Kontakt zu drei von den mehr als 20 Satelliten,
die in der Umlaufbahn ihre Runden drehen, um dann mittels einfacher
Trigonometrie die Position zu ermitteln. Was ist jedoch, wenn kein
Kontakt zu Satelliten möglich oder ein wichtiges System ausgefallen
ist? Für solche Notfälle, in denen man sich auf die Technik nicht mehr
verlassen kann, haben auch heutzutage noch alle Schiffe einen genauen
Chronometer an Bord, der die Zeit mit geprüfter Genauigkeit anzeigt.
Ein kompletter Wirtschaftszweig
Zu Kriegszeiten wurden
überall Militäruhren gebraucht. Allein der Erste und der Zweite
Weltkrieg haben einen derart großen Bedarf an Militäruhren entstehen
lassen, dass ein ganzer Wirtschaftszweig allein um diese Art von Uhren
entstand. In England waren sage und schreibe acht Firmen damit
beauftragt, Militäruhren herzustellen. Zur Ausrüstung jedes Soldaten
gehörte eine Uhr, diese Nachfrage galt es zu befriedigen. Der Bedarf
ging sogar so weit, dass Firmen beide sich bekriegende Parteien mit
Uhren belieferten. So wurden Uhren für den militärischen Einsatz an
Deutschland und die USA geliefert. Dieser entstandene Wirtschaftszweig
stagnierte jedoch recht schnell, als es mit den Kriegen zu Ende ging.
Als zum Beispiel England, das lange Zeit an vielen Orten Krieg führte,
friedlich wurde, ging der Bedarf drastisch zurück und dieser Zweig
wurde allmählich kleiner.
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